Hilfe für Alsózsolca
oder „Was ihr getan habt einem dieser meiner geringsten Brüder …“
In der Roma-Gemeinde in Alsózsolca – bis wir den Namen aussprechen konnten haben wir lange geübt – leben die Menschen, denen wir von der Sonntagsschule in diesem Jahr mit der Missionssammlung helfen wollten.
Wo liegt diese Gemeinde? Was sind Roma? Was ist Ungarn für ein Land? Unter welchen Umständen leben die Menschen, die unsere Hilfe brauchen und mit welchen Schwierigkeiten haben sie zu kämpfen?
Das waren die Fragen, die wir uns gestellt haben, als wir ins Thema einstiegen. Mit dem Infomaterial der EmK und durch Nachsuchen im Internet kamen wir den Antworten auf die Spur. Gemeinsam mit den Kindern erarbeiteten wir einen Gottesdienstentwurf und je tiefer wir eindrangen ins Thema umso mehr waren die Kinder bei der Sache.
Am 14. März feierten wir den Missionssonntag mit der ganzen Gemeinde und machten uns gemeinsam auf den Weg nach Ungarn. David Wolf und Leon fuhren mit dem Kanu (das hatte gerade so Platz vor dem Altar), David Grandel fuhr mit dem Auto (mit dem Kett-Car kam er in den Gottesdienstraum gefahren) und Raphael kam zu Fuß in Alsózsolca an mit einem großen Rucksack auf dem Rücken. Aaron befragte die vier nach ihrer Reiseroute und nach der Dauer ihrer Reise und so erfuhren alle in der Gemeinde, dass die ungarische Roma-Gemeinde ganz schön weit weg im Osten liegt, am Fuß eines Gebirges. Durch ein weiteres Interview von Aaron mit David Wolf, Leon und Raphael wurde deutlich, wovon das Gemeindeleben in Ungarn geprägt ist und mit welchen Schwierigkeiten die Christen und Roma-Pastor „Onkel Lazy“ dort zu kämpfen haben: Ausgrenzung durch die ungarische Bevölkerung, hohe Arbeitslosenzahlen, wenig Perspektiven und Hoffnung, Zwiespalt mit ihrer Kultur als ein Volk, das eigentlich umherzieht, aber heute gezwungen ist sesshaft zu sein. Landwirtschaft ist ein Weg, um sich mit Nahrungsmitteln zu versorgen, wenn sie diese nicht stehlen wollen. Die Theaterszene „Lajos und die Gemeindekartoffeln von der methodistischen Kirche“, gespielt von Paula, Lina, Annika und Linus machte dies deutlich. Bea informierte mit ihrer Gruppe über die konkreten Projekte der methodistischen Kirche. Hier will die Missionssammlung helfen und eine neue Basis schaffen. „Roma sind keine Bauern, auch in Ungarn nicht“, heißt es in der Materialmappe zum Missionssonntag. „Durch ihre Geschichte und Kultur ist ihnen die europäische Vorratswirtschaft fremd. Das bezieht sich aber nicht nur auf säen und ernten, arbeiten und verdienen, sondern auch auf Bildung. Das, was die Projekte der methodistischen Kirche unter den Roma versuchen, ist mit der Aussaat zu vergleichen. Da wo die Saat aus Gottes Gnade aufgeht, verändern sich nicht nur die Gärten, sondern auch die Menschen, die Familien und die Herzen.“
Das gilt auch für die Gemeinde in Alsózsolca in Ungarn. Dort kümmern sich Menschen um andere, die verachtet sind, die arm sind, die ein schwieriges Zuhause haben. Wir helfen ihnen zu helfen, indem wir dafür Geld sammeln. Darüber freut sich Jesus. Das ist es, was wir heute lernen wollen von Jesus – Was wir für andere Menschen tun, das tun wir für Jesus. Was wir nicht tun, das enthalten wir auch Jesus vor. Er wird uns einmal danach fragen. Jesus will, dass wir aufeinander achten, weil er uns allen gemeinsam diese Welt anvertraut hat. Und ist es nicht besser miteinander zu leben als gegeneinander? Ist es nicht besser Streit zu schlichten als auf den Unterschieden herumzuhacken? Ist es nicht besser gemeinsam auf dem Weg zu sein als nur jeder für sich?
So hat sich Gott das Zusammenleben der Menschen vorgestellt.
Martin Stock

